Innovation

 

 

Innovation heißt wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“. Das Wort ist von den lateinischen Begriffen novus „neu“ bzw. innovatio „etwas neu Geschaffenes, Erneuerung, Veränderung, zu: innovare = erneuern, verändern. Im Deutschen wird der Begriff heute im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen sowie für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Das moderne Wort Innovation wurde durch den amerikanischen Volkswirt Schumpeter 1939 in seinem Werk „Business Cycles“ in die Wirtschaftstheorie eingeführt, ein Kapitel lautet: Theorie der Innovation. Nach der Übersetzung des Buchs 1961 ins Deutsche, fand das Wort auch in Deutschland breite Verwendung.


Erfolgreiche Innovationen sind für viele Unternehmen überlebenswichtig um gegen finanzstärkere Mitbewerber bestehen zu können, kürzere Produktionszyklen oder effizientere Fertigungs- oder Vertriebswege zu gestalten. Da Innovation immer neues Terrain beschreitet, sind die Ergebnisse auch unvorhersehbar und damit unsicher und riskant. Dennoch ist es heute wichtiger denn je, neue und innovative Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Um unnötige Innovationsrisiken zu vermeiden, ist es entscheidend, nicht einfach eine „attraktive Neuheit“ auf den Markt zu bringen, sondern die Innovation muss den Kundenbedürfnissen möglichst genau entsprechen. Hier setzt z. B. die „Engpasskonzentrierte Strategie“ des bekannte Systemforscher und Kybernetiker Wolfgang Mewes an. Diese besagt, das die Konzentration der Kraft auf einen Punkt (Nische) eine maximale Kompetenz gewährleistet. Gepaart mit Innovationen weist sie den Weg aus gesättigten, von Verdrängungswettbewerb gekennzeichneten Märkten. Auch in der Evolution ist Innovation wichtig. Das von Darwin erkannte „Überleben des Stärkeren“ beschreibt auch eine Stärke in der Nische. Nicht die generelle Stärke ist entscheidend, sondern wie gut man seinen Platz in der Nische behaupten kann.


Wie entstehen Innovationen

Täglich stolpern wir über Unzulänglichkeiten, die wir nur aufzugreifen brauchen. Ideen entstehen zum einem durch technischen Fortschritt, und zum anderen aus dem Wunsch nach besseren Lösungen, vor allem jedoch aus freiem Unternehmer- oder Denkertum. Diese Freiheit im Denken wird auch oft als QUERDENKEN bezeichnet. Dieses Querdenken geht eben nicht ausgetretene Pfade, sondern kreuzt diese in allen Dimensionen. So sagt z. B. der Zukunftsforscher und Querdenker Frederic Vester: „Wir brauchen keine Waschmaschinen – wir brauchen saubere Wäsche“ und damit können wir komplett neu Ansetzen. Brauchen wir dazu überhaupt Wasser – Waschmittel etc., oder geht es auch anders? 

Solche prinzipiellen Überlegungen sind wohl auch für das Überleben der Menschheit notwendig. Brauchen wir eine Auto mit 1800Kg und 200KW um 80kg Mensch zu bewegen? Brauchen wir Glühlampen, die zu 90% heizen? Müssen wir wirklich jedes Jahr 3% mehr Energie bereitstellen um unseren Lebensluxus zu erhalten? Hier gibt es sicher viele Innovationen – Erneuerungen und Veränderungen – die uns viel Abfall ersparen, ohne unseren Luxus einzuschränken. Einige davon werden wir Ihnen in diesem Jahr und in dieser Ausgabe vorstellen.

PW - aus Kir Royal -Geniesserjournal 02/08


(440 Wörter in diesem Text)
(2971 mal gelesen)    Druckbare Version