Grünes Geld

Aus Heft 01/08 - PW

Alles im grünen Bereich: Gute Gewinne mit gutem Gewissen


Der Finanzdienstleistungssektor spielte in der umweltpolitischen Diskussion lange Zeit weder in Deutschland noch weltweit eine nennenswerte Rolle. Banken, Sparkassen und Versicherungen entwickelten jedoch zunehmend Produkte zur Übernahme von Anlegerverantwortung für eine umweltgerechte, nachhaltige Entwicklung. Gleich in mehrfacher Hinsicht gilt heutzutage, dass sich

Umweltschutz auch für Anleger rechnet. So ist der Markt für nachhaltige Publikumsfonds im Jahr 2007 in Deutschland, Österreich und Schweiz mit ungebrochener Dynamik weiter gewachsen. Das Volumen ist um ca. 90% gestiegen, die Anzahl der Fonds um ca. 30%. 181 Fonds mit einem Gesamtwert von knapp 34 Mrd. Euro waren nach Berechnungen des Sustainable Business Institute (SBI) im deutschsprachigen Markt zum 31.12.07 zum Vertrieb zugelassen.


Seit 1997 beweist der Natur-Aktien-Index NAI, dass sich die konsequente Auswahl nach ökologischen und sozialen Kriterien auszahlt. So stieg der Kurs des Natur-Aktien-Index (NAI), der 30 internationale Unternehmen umfasst, um über 400 %. Dabei entscheidet der unabhängige NAI-Ausschuss auf der Grundlage der verbindlichen NAI-Kriterien, welche Unternehmen im NAI vertreten sind. Auf keinen Fall werden Unternehmen in den NAI aufgenommen, die ein Negativ-Kriterium erfüllen, wie z. B. Atomenergie, Waffenproduktion, Diskriminierung von Frauen, Diskriminierung von sozialen oder ethnischen Minderheiten, Kinderarbeit, Tierversuche, Gentechnik in der Lebensmittelproduktion, Erzeugung von ausgesprochen umwelt- oder gesundheitsschädlichen Produkten u.a.


Die Umweltbank - eine weitere Erfolgsstory


Vor 10 Jahren startete die Umweltbank mit einem Geschäftsvolumen von 20 Mio. Euro, das zunächst dem Eigenkapital entsprach. 2007 hat das Geschäftsvolumen der ökologischen Direktbank nach eigenen Angaben erstmals die eine Milliarde Euro Marke überschritten und dabei bisher 7.998 ökologische Projekte gefördert. Das anhaltende Interesse der Kunden an Solarkrediten trug dazu bei, dass deren Anteil auf 39 Prozent gestiegen ist. Ökologischen Baufinanzierungen, gefolgt von Wind- und Wasserkraftprojekten, die Finanzierungen von Biomasse- und Biogasanlagen, ökologische Landwirtschaft, sowie sonstigen ökologisch sinnvollen Projekten machen den Rest des Kreditvolumens der Umweltbank aus.


Ökofonds

Zu den besten Ökofonds in Deutschland gehört GreenEffects. Dieser Fond hat in vier Jahren einen Wertzuwachs von 100 % erreicht, und dient dabei dem guten Zweck. Auch gemeinnützige Stiftungen denken in diese Richtung. Einige veröffentlichen auch ihre Kapitalanlage im Internet, wie z. B. die Berliner Stiftung Nord-Süd-Brücken. Da es keine einheitliche Definition für grüne Fonds gibt, sondern nur Richtlinien, sollten Anleger sollten vor dem Kauf die genaue Zusammensetzung des Fonds erfragen. Nur so ist sichergestellt, dass die grüne Anlage wirklich den persönlichen Kriterien entspricht. Eine Recherche über Fonds, Indizes und auch Rentenversicherungen, die soziale, ökologische und ethische Kriterien berücksichtigen, bietet www.nachhaltiges-investment.org.


Dort findet man sogar Riester-Produkte, die bei der Verwendung der eingezahlten Altersvorsorgebeiträge ethische, soziale und ökologische Belange berücksichtigen.


Weiter Adressen im Internet:


http://greeneffects.de/

http://www.securvita.de/

http://www.nai-index.de/

http://www.germanwatch.org


Eine 50seitige Broschüre „Mehr Wert: ökologische Geldanlagen“, kann kostenlos beim Umweltbundesamt, ZAD, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin angefordert werden. Zudem kann sie auch auf der Internet-Seite des Bundesumweltministeriums unter http://www.bmu.de als pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

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